Tischlein, deck Dich, oder: der gedeckte Tisch

Der erste Blick auf den gedeckten Tisch hinterlässt bekanntlich bleibenden Eindruck bei Ihren Gästen. Damit dieser Eindruck auch kein Reinfall wird, möchten wir hier ein paar Tricks zum perfekten Gelingen aufzeigen. Das richtige Eindecken ist eigentlich gar keine Hexerei.

Als erstes ist zu klären, ob ein kleines oder ein großes Gedeck benötigt wird. Das kleine Gedeck besteht aus drei Gängen. Es wird zur Vorspeise eine Suppe oder ein kleines Gericht serviert, danach die Hauptspeise und das Dessert. Das große Gedeck hingegen besteht aus sechs Gängen. Hier bekommt man zusätzlich noch ein Fischgericht und zur Vorspeise sowohl die Suppe, als auch das kleine Gericht.

Die Anordnung vom Geschirr, den Gläsern und dem Besteck folgt einer bestimmten Reihenfolge, sodass man von außen nach innen bei jedem Gang die passenden Teile zur Hand hat.

Die Mitte eines Gedeckes wird durch den Menueteller gebildet. Dieser kann auf einem Platzteller stehen. Auf ihm befindet sich dann der Suppenteller oder ein kleiner Teller für die Vorspeise. Sollte zusätzlich Brot zur Vorspeise gereicht werden, so befindet sich der Brotteller links neben dem Menueteller. Das entsprechende Brotmesser wird dabei auf dem Teller platziert.

Die Grundregel für die Bestecke besagt, dass auf der rechten Seite des Tellers nicht mehr als vier, links nicht mehr als drei Bestecke eingedeckt werden. Bei einem Menü mit mehr als sechs Gängen wird Besteck nachgereicht. Die Schneide der Messer liegt immer nach innen zum Teller hin. Die Zinken der Gabel zeigen nach oben. An der rechten Seite des Tellers liegen Vorspeisenbesteck, Suppenlöffel, Fischmesser und Fleischmesser von außen nach innen. An der linken Seite des Tellers liegen entsprechend das Vorspeisenbesteck, Fischgabel und Fleischgabel. Oberhalb des Tellers liegt das Besteck für das Dessert. Der Griff der Gabel zeigt nach links, der Griff des Löffels nach rechts. Gibt es als Dessert Käse oder Obst, wird statt des Löffels ein Messer eingedeckt. Allerdings können Sie, zum Beispiel aus Gründen von Platzmangel, auch die jeweiligen Besteckteile mit dem entsprechenden Gang auf den Tisch bringen.

Beim Abräumen der Teller wird das Besteck mitgegeben, außer man wird darauf hingewiesen es zu behalten. In jedem Fall ist es von Vorteil auch ein Besteckbänkchen mit auf den Tisch zu bringen. Dies dient dann der Ablage des benutzten Besteckes während des Essens und hält auch gleichzeitig das Tischtuch rein.

Auf einem stilvoll gedeckten Tisch hat jedes Glas seinen eigenen Platz. In der Praxis gibt es zwei gängige Varianten für die Positionierung der Gläser (Rotwein-, Weißwein- und Wasserglas).

In Variante 1 stehen die Gläser nebeneinander. Das Weißweinglas wird genau über das Messer für den Hauptgang gestellt. Im 45°-Winkel dazu stehen die anderen Gläser auf einer Linie in abnehmender Größe. Das Wasserglas wird unterhalb, das Rotweinglas oberhalb des Weißweinglases platziert.

In der zweiten Variante stehen die Gläser in einer Dreiecksform. Das Weißweinglas wird wieder genau über das Messer für den Hauptgang gestellt. Das Wasserglas wird rechts unterhalb, das Rotweinglas rechts oberhalb des Weißweinglases in Dreiecksform platziert.

Wird statt Wein Bier oder Saft getrunken, werden die Weingläser entfernt und durch das jeweilige Getränk ersetzt.

Zu einem Gedeck gehört auch immer eine Serviette, die sich entweder auf dem obersten Teller befindet oder links neben dem Gedeck. Auf dem Tisch sollte sich zusätzlich ein Salz- und Pfefferstreuer und evtl. einem Schälchen für die Tischabfälle befinden.